Frustrierte Single Frau

Da, wo die traditionellen Rollenmuster aufgebrochen werden. Da, wo die Karrierefrauen sitzen, die nur noch arbeiten, anstatt sich um die Familie zu kümmern. Es gibt in Städten keine epidemische Ausbreitung frustrierter Single-Frauen. Zumindest nicht im Vergleich zu den Single-Männern. Es gibt höchstens insgesamt mehr Alleinstehende. Und unter den HochschulabsolventInnen von 25 bis 45 Jahren zum Beispiel sind fast doppelt so viele Männer allein.

Eigentlich wären also die Single-Männer das Thema. Die Single-Frau ist nur ein gefühltes Problem — vor allem der Frauen selbst. Da stellt sich die Frage: Warum leiden sie so darunter? Weil sie es sich gerne schwer machen. Frauen fühlen sich irgendwie unvollständig, als Versagerin, wenn sie alleine bleiben. Alleinstehende Männer sind Junggesellen, das klingt schon aufregend: Alleinstehende Frauen sind kompliziert und anspruchsvoll.

Natürlich gibt es sie, die coole Junggesellin. Mit leerem Kühlschrank und unaufgeräumter Bude, einer hohen Frequenz von Kneipenbesuchen und wechselnden Sexpartnern. Aber wenn eine tolle Frau mannlos lebt, stellt früher oder später jemand die Frage: Wie kann es sein, dass ausgerechnet DIE alleine ist? Auch das ist leider wahr: Warum hat er sich nicht in mich verliebt?

Dieses ständige Grübeln lässt die Suche nach dem richtigen Mann zum alles beherrschenden Thema anwachsen. Wir wissen das und machen es trotzdem. Und fragen uns dann: Was ist nur falsch an mir? Dabei gibt es darauf nur eine Antwort: Natürlich denken Frauen irgendwann, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, wenn sie seit Jahrzehnten in Zeitungen Sätze lesen wie: Beziehungen in DEM Alter, das können sie sich nämlich abschminken.

Es sei denn, sie benutzen den tollen Lippenstift von Seite Stellen wir uns folgende Geschichte im sonntäglichen Feuilleton der FAS vor: Sozialwissenschaftler haben herausgefunden, dass gerade die gut ausgebildeten Frauen, die Akademikerinnen, die Karrierefrauen ab 30 neben Hartz-IV-Empfängern die Liebesladenhüter sind.

Übrigens, auch das steht in den sozialwissenschaftlichen Studien, aber nicht in den Zeitungen: Du solltest Deine Ansprüche nicht "herunterschrauben", sondern einfach realistisch gestalten! Frage Dich, as wirklich wichtig ist! Das Leben, und so auch die Partnersuche, ist kein Wunschkonzert, sondern einfach nur die Wirklichkeit. Für mich waren zum Beispiel Fundamentalkriterien Nichtraucher, kinderlos, ledig, schlank.

Das konnte ich mir auch leisten, weil ein sehr hoher Anteil diese Kriterien erfüllt. Auf andere "harte" Fakten habe ich verzichtet und stattdessen auf ähnliche Interessen, Eloquenz und Aussagekraft in den Profilen und ersten getauschten Nachrichten geachtet. Bist Du noch der Alte, Jack? Der war ich nicht mehr. Verschwindet dann am nächsten Morgen schnell wieder. Aber wenn das Herz hüpft, bei beiden, und das spürt man, dann bleibt er. Oder kommt bald wieder. Nichts anderes wünscht Ihr Euch doch in Wahrheit, Ihr Single-Frust-Tanten.

Dass der Mann einfach mal bei Euch bleibt. Nicht nur für die Kiste. Sondern für eine Beziehung. Für den Alltag, und dazu gehören Kompromisse.


Auf ihn reinfallen?

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