Pornodarsteller Gehalt

Online-Piraterie und schärfere Gesundheitsbestimmungen machen der Branche zwar zu schaffen — dennoch setzte sie im Jahr global etwa 97 Milliarden Dollar um, wie eine Studie der University of New Mexico errechnete. In den USA ist das Geschäft mit Pornos umsatzstärker als das mit Hollywoodfilmen. Mit Sexfilmen lässt sich also eine Menge Geld verdienen — doch wie viel davon bekommen die Darsteller selbst ab?

Nicht allzu viel, wie Recherchen der Nachrichten-Website NBC News ergaben. Von den Gagen ihrer Hollywood-Kollegen können Pornoschauspieler nur träumen. Massenware Pornofilm Das liegt natürlich auch daran, dass Pornofilme eine Massenware sind. Mehrere hundert Filme pro Woche spuckt alleine das Herz der Branche im kalifornischen San Fernando Valley nordwestlich von Los Angeles aus, wo viele erfolgreiche Produktionsfirmen beheimatet sind.

Drehs sind kürzer, die Produktionen weniger aufwändig, und die Skripte stammen nicht unbedingt von begnadeten Dramaturgen. Allerdings bestehen die meisten Filme auch nur aus einer einzigen Szene. Wer auf einen der zahlreichen windigen Agenten des Metiers reinfällt, muss sich teilweise mit mickrigen Euro begnügen. Zu welchen sexuellen Handlungen eine Darstellerin bereit ist, wirkt sich ebenfalls auf die Gage aus: Ich hatte mir vorgestellt, ich müsste aussehen wie eine Hure, also zeigen, dass man willig ist, Fleisch zu zeigen.

Und so habe ich eine damalige Darstellerin angesprochen und gefragt: Diese Darstellerin hat mich an ihren Ehemann vermittelt, der auch Darsteller ist, und zu mir gesagt: Der zeigt dir, wie das geht und worauf du achten musst, wenn die Kamera auf dich hält. Wie du deinen Arsch hinhalten musst, damit das Licht das gut ausleuchtet. Ich bin, als ich 15 war, von meinem damaligen Freund anal vergewaltigt worden, bis es geblutet hat.

Da hat sie mich aufgeklärt: Denn heutzutage interessiert nur noch mit anal. Damit kriegst du Jobs und 50 Euro mehr. Eine Szene dauert zwischen einer Stunde und neun Stunden. Wenn man in Not ist, dann geht es ganz schnell, dass man die Ängste, die man hat, wegdrängt. Vielleicht lerne ich ja auch schöne Männer oder schöne Frauen kennen und wird das ja auch ganz interessant. Man hört da irgendwie auf zu denken, man schaltet da ab.

Ja, und dann hab ich diesen Klaus angerufen. Der war total freundlich. Ich müsste mir keine Sorgen machen, und er hätte da auch schon einen Dreh für mich. Ich müsste keine Angst haben, das wären alles nette Leute. Man ist da immer so zwischen Ekel und einem innerlichen Sich-Anschreien: Du musst morgen los! Mein erster Dreh war in Berlin in einer Auto-Werkstatt. Das war ein Film, der nicht für Deutschland gedreht wurde, weil er zu krass war. Die Produktion war für den holländischen und den belgischen Markt, da ist so was erlaubt.

Beim Schminken habe ich gezittert, und eine Frau, die total abgewrackt aussah, hat mich gefragt: Das war ein SM-Film, und ich sollte eine Domina spielen. Es ging unter anderem darum, mit einem Messer so zu tun, als ob man dem Mann den Schwanz abschneidet. Ich sollte den Mann als dreckigen Hund beschimpfen, ihn peitschen und dann musste ich mit meinen hochhackigen Schuhen auf seinen Hoden rumtrampeln. Die Männer halten das aus, weil die im Hinterkopf haben: Und dann aber richtig!

Die machen das zum Teil mit so einer brachialen Gewalt, dass bei mir immer wieder die Scheidenwände gerissen sind. Ich habe lauter Narben in der Scheide. Früher wurde bei den Drehs Öl benutzt. Das war dann total glitschig und sah aus, als ob die Frau richtig feucht wäre. Aber wir durften kein Öl mehr benutzen, maximal einen kleinen Tropfen. Und nur dann kriegst du das Geld. Und man muss ja auch wieder zurückkommen. Viele Frauen haben auch gar kein Guthaben mehr auf dem Handy. Und Verwandte oder Freunde wissen ja meist gar nicht, wo die sind.

Man sitzt also praktisch in der Falle. Die Darsteller können mit einem machen, was sie wollen. Und die Produzenten genau so. Man bespricht zwar vorher, was man macht, aber im Vertrag steht, dass man sich allem zur Verfügung stellt, was der Produzent verlangt. Und so sehen die Verträge alle aus. Im Moment des Unterschreibens gibt man das Menschsein ab.

Man ist einfach nur noch ein Stück. Die männlichen Darsteller sind ja tatsächlich körperlich erregt.


Der Traum vom Porno-Star

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