Leibliche Mutter Kennenlernen

Sie veröffentlichte viele private Daten. Die leibliche Mutter war geschockt und wollte ihr Kind nicht sehen. Zunächst ging es auch Katjas Mutter so, als sie einen Brief mit Katjas Wunsch nach einem Treffen erhielt. Sie hatte die Vergangenheit verdrängt. Da Katja allerdings den offiziellen Weg über das Jugendamt wählte, konnte Becker-Scharf behutsam mit der Frau reden und sie einen Monat später ihrem Kind vorstellen.

Das Jugendamt muss Auskunft geben "Wir sind die ersten Ansprechpartner auf der Suche", sagt Becker-Scharf, "denn das Jugendamt ist zur Auskunft verpflichtet. Wenn sie jünger sind, können sie mit ihren Adoptiveltern kommen. Leider konnten wir Nicoles Fragen nur sehr lückenhaft beantworten, da wir nicht viel über ihre Herkunft wussten. Aber wir haben ihr versprochen, ihr zu einem späteren Zeitpunkt zu helfen, die Fragen beantwortet zu bekommen.

Als Nicole 10 Jahre alt war, zeigte sie Interesse, ihre leibliche Mutter kennen zu lernen. Wie haben Sie auf dieses Interesse reagiert? Mein Mann und ich waren zuerst unsicher über die Vorgehensweise und darüber, wann wohl der richtige Zeitpunkt, das richtige Alter für dieses kennen lernen sei. Darum sind wir zur Selbsthilfe-Initiative der Pflege- und Adoptivfamilien an unserem Ort gegangen. Dort haben wir dann erfahren, dass unsere Tochter mit 16 Jahren auf jeden Fall das Recht hat, die leibliche Mutter kennen zu lernen.

Je nach dem Stand ihrer Entwicklung wäre dies auch schon mit 14 Jahren sinnvoll. Da uns 10 Jahre zu früh war, haben wir mit Nicole vereinbart, dass wir mit ihr auf Suche gehen, wenn sie 14 Jahre alt ist. Darauf hat sie sich einlassen können. Was passierte, als sie ihren vierzehnten Geburtstag hatte? Zu unserer Überraschung passierte gar nichts. Wir wollten auch nicht drängen und warteten, ob sie die Sache in Angriff nehmen wollte. Doch auch sie wartete auf uns. Das merkten wir zwei Monate später, als sie mir sagte, sie müsse wohl mal zum Jugendamt gehen und sich dort nach der leiblichen Mutter zu erkundigen, da wir ja nichts täten.

Sie hatte eindeutig das Gefühl, dass wir ihr ein Versprechen gegeben hatten, aber uns nicht so richtig trauten. Und da wollte sie sich eben allein auf den Weg machen. Sie beruhigte uns, dass wir vor diesem Schritt keine Angst haben müssten. Für sie sei es selbstverständlich, dass wir ihre Familie sind und bleiben werden. Aber es gäbe in ihrem Leben noch etwas Unbekanntes, wonach sie forschen müsse.

Sie haben ihr dann angeboten, den Weg zusammen zu gehen? Ja, wir wollten zu unserem Versprechen stehen und hatten, wie schon gesagt, ihr eigentlich nur nichts aufdrücken wollen, wozu sie vielleicht noch nicht bereit war und haben deswegen auf sie gewartet. Aber sie hat das eben anders verstanden. Wir haben dann noch einmal miteinander gesprochen und konnten das Problem schnell lösen. Ich war zuerst dran ja zu sagen, dann allerdings, erfuhr ich das er verheiratet ist und mehrere Kinder hat, ich hätte ihn bei sich mit kids und frau treffen sollen.

Wollte ich aber nicht. Mein Vorschlag er und ich ALLEIN an nem neutralen Ort. Wollte er allerdings nicht. Tja und so kam es bisher nie zu nem Treffen. Du siehst DU hast alle möglichkeiten, entscheide aus dem Bauch.


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